Was Sie tun können, damit Sie steigende Bauzinsen nicht überraschen

So werden Sie von steigenden Bauzinsen nicht überrascht

Viele angehende Bauherren werden durch die hohen Bauzinsen ausgebremst. Kein Wunder, dass die Zahl der Neubauten in den letzten Monaten massiv zurückgegangen ist. Die Zinswende betrifft zusehends aber auch diejenigen, die bestehende Baukredite abbezahlen.

Wohneigentum – ein unerfüllbarer Traum?

Der Traum vom eigenen Heim ist in der Bevölkerung tief verankert. Das gilt auch für junge Menschen, die nach 2000 geboren worden sind. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sie einmal Wohneigentum erwerben werden, hat sich in den letzten Jahren immer mehr verringert. Wer beispielsweise in Hamburg ein 95 Quadratmeter großes Reihenhaus bauen möchte, benötigt dazu laut Berechnungen des Pestel-Instituts nicht nur mehr als 50.000 Euro Eigenkapital, sondern muss auch ein monatliches Nettohaushaltseinkommen von 6.800 Euro erzielen – eine völlig utopische Vorstellung für Normalverdiener.

Studien zeigen, dass schon vor dem drastischen Anstieg der Bauzinsen der Anteil der Mieterhaushalte, für den der Immobilienkauf rechnerisch in Frage käme, von fast neun auf unter fünf Prozent zurückgegangen ist. Wenig spricht dafür, dass sich dieser Trend künftig umkehren könnte. Dass immer weniger Menschen in der Lage sind, sich durch eigene finanzielle Anstrengungen ein Eigenheim zu leisten, ist nicht nur ein individuelles Problem. Diese Entwicklung befeuert auch die soziale Ungleichheit. Statistisch lässt sich gut nachweisen, dass eine niedrige Eigentumsquote ein Indikator für ein starkes Gefälle zwischen Arm und Reich ist. Die Nettovermögensungleichheit ist in Ländern wie Deutschland und Österreich besonders ausgeprägt, in denen es einen traditionell hohen Anteil an Mietern gibt.

Wem der Zinschock droht

Doch auch für diejenigen, die ihre Immobilien längst abbezahlen, hat die Zinswende Konsequenzen. Auf den ersten Blick scheint Folgendes logisch zu sein: Wer bereits über einen langen Zeitraum hinweg jeden Monat einen Teil seines Immobilienkredits abgetragen hat, zahlt für die Anschlussfinanzierung vergleichsweise wenig. In der Praxis droht nicht wenigen Hausbesitzern wegen der deutlich gestiegene Zinsen jedoch das genaue Gegenteil.

Noch vor zwei Jahren sprach nicht viel dafür, dass es zu einem Zinsschock kommen könnte. Die Diskussionen um Negativzinsen beherrschten die Schlagzeilen und die Bauzinsen rangierten schon lange auf einem niedrigen Niveau. Man hatte sich längst an die Null vor dem Komma gewöhnt. Die Niedrigzinsen gaben Immobilienkäufern große Spielräume, die viele von ihnen heute schmerzlich vermissen. Während Bauherren vor der Zinswende im Schnitt 900 Euro monatlich benötigten, um einen 300.000 Euro teuren Kredit zu tilgen, sind es mittlerweile nicht selten schon 1.800 Euro.

Die kräftig gestiegenen Zinsen erwischen vor allem jene auf dem falschen Fuß, die sich für eine möglichst geringe Anfangstilgung von beispielsweise einem Prozent entschieden haben, um den eigenen Konsum so wenig wie möglich einschränken zu müssen. Auch die Entscheidung für eine zu kurze Zinsbindung kann sich heute rächen. Verbraucherschützern hatten schon immer zu Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren geraten. Wer diesen Rat beherzigt hat, müsste sich irgendwann zwar ebenfalls mit den hohen Zinsen befassen. Ein Großteil des Kredits wäre zu diesem Zeitpunkt allerdings schon abgetragen, sodass eine übermäßig hohe Belastung nicht mehr zu befürchten wäre.

Rechtzeitig informieren und verschiedene Möglichkeiten prüfen

Gehören Sie zu den Immobilienbesitzern, für die eine Anschlussfinanzierung ansteht? Dann sollten Sie sich so früh wie möglich mit der Zinssituation beschäftigen. In der Regel haben Sie die Option, von einer Prolongation Gebrauch zu machen. Für eine Prolongation spricht, dass sie denkbar unkompliziert ist. Es fallen keinerlei Notarkosten oder Gebühren an und auch eine Neueintragung ins Grundbuch ist nicht erforderlich. Die Kehrseite dieser Einfachheit sind jedoch die Zinsen, die oftmals deutlich höher als bei einem Neuabschluss liegen. Aber auch eine starre Tilgungsrate könnte ein Grund sein, von einer Prolongation Abstand zu nehmen.

Wenn Sie sich die gegenwärtigen Konditionen auch in Zukunft sichern wollen, könnte ein Forward-Darlehen eine Überlegung wert sein. Mit einem solchen Darlehen treffen Sie mit der Bank eine verbindliche Vereinbarung über die Kreditbedingungen für einen Zeitraum von bis fünf Jahren. Sie sollte jedoch bedenken, dass Sie diese Planungssicherheit einen kleinen Zinsaufschlag kostet. Ein Forward-Darlehen ist besonders dann eine interessante Option, wenn Sie davon ausgehen, dass die Bauzinsen künftig noch mehr steigen werden. Sollten sich die Zinsen allerdings anders als gedacht entwickeln, könnten Sie im schlimmsten Fall sogar mehr zahlen, als marktüblich ist.

Spezielle Bausparverträge gehören ebenfalls zu den Konstrukten, die sich im Portfolio so manches Finanzberaters finden. Diese zeichnen sich einerseits durch einen vergleichsweise niedrigen Darlehenszins aus, erlauben es andererseits aber auch, einen bestimmten Betrag anzusparen, der die Kosten der Anschlussfinanzierung reduziert. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch oftmals die Frage nach der Sinnhaftigkeit derartiger Produkte. Das liegt in erster Linie an den geringen Zinsen, die Bausparer auf ihr Guthaben erhalten. Effektiver wäre es, das Grundproblem anzugehen und den Kreditbetrag so früh wie möglich zu verringern, zum Beispiel mithilfe von Teil- oder Sonderkündigungen. Wenn Sie zu diesem Zweck Geld ansparen wollen, leistet Ihnen ein Tagesgeldkonto mittlerweile wieder gute Dienste.

Groth & Schneider I Selbst genutzte Immobilien

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